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Schäfflertanz in Thambach bei Reichertsheim strahlt Lebensfreude und Zuversicht aus

An die fünfhundert Besucher kamen in Thambach zusammen, um den Schäfflertanz zu sehen. Unter den Klängen der Trachtenblaskapelle Ramsau marschierten die Haager Schäffler, begleitet von den Spaßmachern im Kasperlgwand, in den Gutshof in Thambach ein. Mit ihrem aus verschiedenen Figuren bestehenden Tanz, die mit den in Buchs eingebundenen Bögen gebildet werden, verbreiteten sie dem Sinn des Brauchtums entsprechend Lebensfreude und Zuversicht. Gekonnt balancierten die Reifenschwinger mit rasantem Schwung ein volles Schnapsglas und im Takt der Musik wurden von zwei Schäfflern die Reifen auf ein Fass geschlagen. Nach dem Schäfflertanz waren die Besucher leicht an ihren von den Spaßmachern gefärbten Nasen zu erkennen. Die Leonhardischützen Thambach, die Jägerschützen Tiefenstätt-Ramsau und der Trachtenverein Reichertsheim, inzwischen alle drei auch „Thambacher Ortsvereine“ hatten eingeladen und, wie von den Schäfflern zu vernehmen war, damit einen der besucherstärksten Auftritte der Haager Schäffler organisiert. Gut angenommen wurde von den Gästen auch die Bewirtung durch die Leonhardischützen, die Jägerschützen und den Trachtenverein im Thambacher Schützenheim.

Beste Stimmung beim Wirtshaussingen

Beste Stimmung gab es beim Wirtshaussingen im Gasthaus Wagenspöck in Reichertsheim. Ungebrochen ist die Beliebtheit dieser geselligen Veranstaltung, zu der der Trachtenverein Reichertsheim sowie die Kreisheimatpflege des Landkreises Mühldorf einladen und für die der Kreisheimatpfleger für Volksmusik Dr. Reinhard Baumgartner seit vielen Jahren mit seiner Zither nach Reichertsheim kommt. Er erklärt den Sangesfreudigen kurz den Liedtext, den Hintergrund und die Herkunft der Lieder. Die schwierigeren Melodien singt er vor und dann geht es los, oft auch mit 2. Stimme. Einen Schwerpunkt hatte Baumgartner auf Holzknechtlieder gelegt, da heuer aufgrund der schon länger herrschenden Kälteperiode eine gute Zeit für die Waldarbeit ist. Kündete vormals der Klang der Äxte von der Arbeit im Holz, so Baumgartner, sind es heutzutage die Motorsägen. Mit einem anderen Klang, nämlich dem des Akkordeons von Tobias Huber, der das zum letztjährigen Gründungsfest des Trachtenvereins entstandene Stück „Reischam feiert“ intonierte, wurde auf das Wirtshaussingen eingestimmt. Das Lied „A wenge kurz, a wenge lang, a wenge rangazt de Bank“, das vielen noch als Kennmelodie einer Rundfunksendung bekannt ist, bildete den Auftakt des gemeinsamen Singens. „Und de Holzknechtbuam, de müassn früah aufstehn“ und „Mia san frische Holzer, mir holzn an Wald her“ erzählen von der Arbeit und vom Leben der Holzknechte. Nach vielen begeistert mitgesungenen weiteren Liedern erfüllte Baumgartner noch den Wunsch nach dem Soldatenlied „Es is scho hoibe Zehne Fridolin, ins Wirtshaus geh ma eine, Fridolin“. Eine von Baumgartner erzählte Anekdote aus seinem Leben, die das Zitherstück „Der dritte Mann“ zum Inhalt hatte, löste die Bitte der Gäste aus, doch das Stück vorzutragen, was er mit Bravour tat und dafür mit reichlichem Applaus bedacht wurde. Unterstützt wurde Baumgartner von Tobias Huber auf dem Akkordeon sowie Heidi und Gust Grundner junior mit Harfe und Ziach. Angeregt durch das angestimmte „Prosit der Gemütlichkeit“ wurden nach den Liedblöcken die Stimmbänder wieder geschmiert. So verging ein Abend mit heiteren Liedern, bodenständiger Volksmusik und viel Humor wie im Flug und schloss mit dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder zum Wirtshaussingen treffen zu wollen.